Förderpreis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Das Laurentianum gratuliert unseren Schülern Nico Fleckes und Fabian Mercken, die einen Förderpreis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten erhalten haben!
Nico Fleckes (links auf dem Foto) und Fabian Mercken sind beim Schüler-Wettbewerb „Außenseiter der Geschichte" der renommierten Körber-Stiftung mit einem Förderpreis für ihre Arbeit über Zwangssterilisation im Dritten Reich in Arnsberg ausgezeichnet worden. Betreut wurden die beiden 16-Jährigen der Jahrgangsstufe 10 von Geschichtslehrer Jürgen Müller.
Die Zuerkennung des Förderpreises für ihre zeitaufwendige und nicht immer einfach zu recherchierende Arbeit ist für die beiden Schüler Anerkennung und Motivation zugleich. „Weil dies ein deutlicher Beweis dafür ist, dass unser Einsatz nicht vergeblich war," sagt Nico Fleckes. Immerhin: Gut sechs Monate haben sie sich nach dem „normalen" Schulunterricht intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Und beim Studium der Literatur in menschliche Abgründe schauen können – und müssen.
Völlig unvoreingenommen, erklärt Fabian Mercken, seien sie an die „Sache herangegangen", nachdem sie sich nach relativ kurzer Überlegung und einem Besuch in der Stadtbücherei für dieses Thema entschieden hätten. Bei der Umsetzung setzten die beiden Laurentianer jedoch nicht allein auf die Auswertung der einschlägigen Literatur.
Im Stadtarchiv arbeiteten sie sich mit Unterstützung von Archivar Michael Gosmann durch Unterlagen und Aufzeichnungen und befragten einen heimischen Internisten und einen Frauenarzt des Arnsberger Klinikums zum in der Öffentlichkeit wenig bekannten Thema Zwangssterilisation. Weitere Interviewpartner waren ein Journalist und Bürgermeister Hans-Josef Vogel, der vor Jahren nach entsprechenden Veröffentlichungen in der Zeitung maßgeblich dafür gesorgt hatte, dass eine Straße in Arnsberg unbenannt wurde. Diese nämlich trug bis dahin den Namen eines in die Umsetzung der Zwangssterilisation verwickelten Arnsberger Arztes. Heute heißt die Straße „Paul-Falk-Weg" – nach einem jüdischen Mitbürger, der 1942 in den Osten deportiert wurde und seitdem verschollen ist.
Literaturrecherchen und die aufgezeichneten Interviews mit den Gesprächspartner verarbeiteten Nico Fleckes und Fabian Mercken dann zu einem Film – dem Wettbewerbsbeitrag, der ihnen schließlich den Förderpreis einbrachte.
Spannend war für die beiden Schüler – aber auch für Lehrer Jürgen Müller, der die Betreuung der Arbeit sogar im Ruhestand fortsetzte – im Nachhinein, „wie unterschiedlich die Interviewpartner auf die teils standardisierten Fragen regierten haben". Fabian Mercken: „Aber auch die Einblicke in die ärztliche Ethik waren für uns sehr interessant. Zudem waren alle an diesem Thema stark interessiert."
So bleibt für Nico Fleckes und Fabian Mercken: „Aus der Geschichte kann man lernen. Und das sollte man auch tun." So hätten sie selbst zuvor vom Thema Zwangssterilisation herzlich wenig gewusst. „Und das so etwas sogar hier in Arnsberg passiert ist, hätten wir nie gedacht," sagt Fabian.

 

Foto und Text (gekürzt) von Achim Giesecke. Danke!


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http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/foerderpreis-fuer-junge-schueler-id10811972.html