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Erprobungsstufe

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Erprobungsstufe
Das Laurentianum aus Schüler- bzw. Elternsicht
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Der Übergang von der Grundschule auf eine weiterführende Schule ist für die betroffenen Eltern mit vielen Fragen verbunden:

Wird sich mein Kind an der neuen Schule wohl fühlen? Wird es Freundinnen und Freunde dort haben oder finden, die ihm den Übergang erleichtern? Wird es das Maß an Zuwendung finden, das es ihm möglich macht, zu seinen Lehrern und Mitschülern Vertrauen zu fassen? Werden ihm Halt und Orientierung geboten, die es benötigt, um sich in seiner neuen Umgebung wohl zu fühlen? Wird es Freude am Lernen haben und den Anforderungen der neuen Schule gewachsen sein?
Wir sehen diese Situation als echte Herausforderung, der wir durch folgendes Konzept mit folgenden Schwerpunkten begegnen:

  • Schnelle und möglichst angstfreie Integration
  • Angebot einer Angleichung oder evtl. Verbesserung der Arbeitstechniken und Arbeitshaltung
  • Soziales Lernen
  • Beteiligung der Eltern am Erziehungsprozess in der Schule
  • Zusammenarbeit mit den Grundschulen

Integration
Folgende Maßnahmen werden am Laurentianum durchgeführt:

  • Klassenbildung: Berücksichtigung der Schülerwünsche bei der Klassenbildung. In den letzten Jahren konnten jedes Mal über 90% der bei der Anmeldung geäußerten Wünsche erfüllt werden.
  • Zweitägige Fahrt innerhalb der ersten 4 Schulwochen:Dieser frühe Termin einer ersten gemeinsamen Fahrt hat sich in den letzten Jahren bewährt, bietet er doch die Gelegenheit zu einem frühen intensiven Kennenlernen (Fahrtziel zurzeit: Föckinghausen bei Bestwig).
  • Klassenlehrersprechtag: Nach ca. 4 – 8 Schulwochen haben die Eltern Gelegenheit, ausführlich mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer zu sprechen; dabei steht der erfolgte Schulwechsel im Mittelpunkt.
  • Patensystem: Ältere Schülerinnen und Schüler helfen – in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer – den neuen Schülerinnen und Schülern, sich in die Klassen- und Schulgemeinschaft einzuleben und nehmen auch an besonderen Veranstaltungen der Klasse teil.
  • Gemeinschaftsfördernde Aktivitäten: Spielnachmittage, Wandertage, Sportwettkämpfe, gemeinsames Ausgestalten des Klassenraumes.
  • Mehrtägige Fahrt in Stufe 6.

Nach gut einem halben Jahr werden die Eltern und Schüler der Stufe 5 mit Hilfe eines anonymen Fragebogens befragt, wie sie die Integration beurteilen. Wir sind schon etwas stolz darauf, dass in den letzten Jahren weit über 80% der befragten Kinder und Eltern fanden, dass diese Integration sehr gut oder gut gelungen ist.

Arbeitstechniken und Arbeitshaltung
Folgende Maßnahmen werden am Laurentianum durchgeführt:

  • Das Lernen lernen: Unter dem Thema „Erfolgreiches Lernen an meiner neuen Schule“ werden im 1. Halbjahr der Stufe 5 vier Methodentage zur Vermittlung von Arbeitstechniken und Verhaltensweisen als Blocktage eingerichtet; diese sollen auch der Angleichung der doch manchmal recht unterschiedlichen methodischen Kenntnisse der Kinder dienen.
  • Vorbereitung auf die Freiarbeit: Im 1. Halbjahr der Stufe 5 wird in einer Wochenstunde auf die Besonderheiten der Freiarbeit, auf Arbeitsmethoden ( z. B. Anleitung zum disziplinierten selbständigen Arbeiten, Übungen zur Partnerarbeit etc. hingearbeitet.
  • Freiarbeit: Vom 2. Halbjahr der Stufe 5 bis zum Ende der Stufe 6 stehen wöchentlich 2 Stunden Freiarbeit auf dem Stundenplan.


Soziales Lernen

Als Grundlage für effektiven Unterricht wird eine ruhige, spannungsfreie Lernatmosphäre angestrebt. Die zentralen Ziele sind: Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit u.ä.m.
Um die genannten Ziele umzusetzen, wird besonderer Wert auf die Einhaltung der beschlossenen Erziehungsmaßnahmen gelegt und das „Bielefelder Modell zur Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Schülerinnen und Schülern“ zum 1. Dezember 2001 eingeführt. Bei Unterrichtsstörungen muss der betreffende Schüler sich entscheiden: Er kann sein Verhalten ändern, dann ist es in Ordnung; fährt er hingegen mit der Störung fort, entscheidet er sich zwangsläufig dafür, den Klassenraum zu verlassen, um im „Trainingsraum“ über sein Verhalten nachzudenken und einen Plan zu erstellen, wie er es schaffen kann, nicht mehr zu stören. Der Plan wird vom Schüler alleine erarbeitet, und der Lehrer, in dessen Unterricht die Störung abgelaufen ist, entscheidet, ob die Überlegungen des Schülers ausreichen.

Beteiligung der Eltern

Neben der Teilnahme an den Gremien, die das Schulmitwirkungsgesetz vorsieht (Pflegschaften, Schulkonferenz, Fachkonferenzen etc) sind die Eltern häufig zu gemeinsamen Unternehmungen (z. B. Mithilfe bei Projekten, Feiern, gemeinsames Grillen z. B. am Ende eines Wandertages, Mithilfe bei Gestaltung des Klassenraums etc) eingeladen. Immer öfter nehmen Eltern auch am „Runden Tisch“ an diversen Projekten teil, bei denen es um die Definition und Realisierung zentraler pädagogischer Ziele geht. Bei der Realisierung des „Bielefelder Modells“ übernehmen die Eltern an einem Wochentag komplett die Aufsicht im Trainingsraum (die Schüler der Oberstufe übrigens auch) und organisieren dies auch selbständig.

Zusammenarbeit mit den Grundschulen
Folgende Maßnahmen werden am Laurentianum durchgeführt:

  • Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen der Grundschule an Erprobungsstufenkonferenzen am Laurentianum.
  • Mögliche Teilnahme von Kindern des 4. Schuljahres in Kleingruppen mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern am Unterricht der Stufe 5.
  • Teilnahme des Erprobungsstufenkoordinators am jährlichen Erfahrungsaustausch mit den Schulleitern der Realschule sowie der Grund- und Hauptschulen des Arnsberger Schulbezirks.
  • Erfahrungsaustausch mit den Grundschulen des Arnsberger Schulbezirks im Rahmen der Teilnahme an den Fachkonferenzen Deutsch und Mathematik am Laurentianum.