Film-AG

Jetzt ist es endlich soweit: "Die Legende von Mervia" im Kino

Am 13. und 20. Januar 2008 wurde der Film "Die Legende von Mervia" im Residenz-Kino in Arnsberg aufgeführt. Doch lesen Sie einen Zeitungsartikel von Sophie Mono:

Arnsberg. "Film ab!" ertönte es in der ganzen Stadt seit einem Jahr immer wieder. In Eigeninitiative gründeten Laurentianer Schüler eine Film AG. Nun steht die Premiere des Fantasy-Films "Die Legende von Mervia" im Arnsberger Residenz-Kino vor der Tür. Die WR warf einen Blick hinter die Kulissen.

Kulissen? Beginnen wir zunächst mit der Entstehung der Filmgruppe. Die vollzog sich nämlich aus dem Stegreif, ohne Kulissen, Kostüme, professionelle Ausrüstung oder Leitung. "Wir trafen uns erstmals im September 2006, da ich mich sehr fürs Filmen interessiere und eine AG am Laurentianum gründen wollte", erzählt der heute 15 jährige Schüler Christian Mono. Mittels Aushängen und einer Durchsage kamen schnell 14 Unterstufenschüler zusammen, alle ohne Erfahrungen doch mit viel Elan. Nach einem kleinen Crashkurs übers Filmemachen legten die Kinder und Jugendlichen los und drehten einen Kurzfilm. Bald jedoch waren sich alle einig: Wir wollen einen richtigen Film drehen. Komödie oder Romanze, Action- oder Fantasy-Film? Um eine zuvor unbedachte Hürde zu umgehen, entschloss sich die Gruppe für letzteren. "Denn wenn man keine Erwachsenen Mitglieder hat, muss der Film eben in einem Land spielen, in dem es keine Erwachsenen gibt, logisch", findet Christian. Gemeinsam wurde die Geschichte ausgebaut, ein Drehbuch verfasst, bis im Februar 2007 der erste Drehtag anstand.Auch am Set stand Improvisation immer wieder ganz oben. "Es ist halt ein Jugendprojekt, da dient ein Besenstil eben schon mal als Mikroangel, ein Laubpuster als Windmaschine oder eine Leiter als Fahrschiene für die Kamera", erzählen die Schüler.
Besonders schwärmen sie allerdings von dem Tag, an dem ein professioneller Kamerakran zum Einsatz kam, den Eckhard Stoll, Dozent der Fachhochschule Südwestfalen den Schülern auslieh. Und Kostüme mussten natürlich her, schließlich dürfen in einem Fantasieland Könige, Zwerge und Zauberer nicht fehlen. Teils selbstgenäht, teils ausgeliehen wurde auch dieses Problem bald gelöst. Mithilfe eines ehemaligen Laurentianers wurden zudem visuelle Effekte und Animationen eingebaut. Und um auf die Kulissen zurückzukommen: Ob Keller oder Dachboden des Laurentianums, das Eichholz, die SchulStadtBücherei, die Probsteikirche, der Knappensaal, der Hof Capune oder die Gewölbe des Stadtarchivs - alles, was in Arnsberg mystisch und mittelalterlich genug erschien, wurde als Drehort genutzt. Auch wenn an zwei wichtigen Drehtagen der Camcorder kaputt ging und die Schulkamera aushelfen musste, sind die Schüler doch mit ihrem über 40 Minuten langen Ergebnis zufrieden. "Das einzige Problem, das wir bis zum Ende nicht lösen konnten, war die Terminfindung. Denn 14 Leute über einen so langen Zeitraum hinweg immer wieder zusammen zu trommeln ist nicht leicht", berichtet Regisseur Christian. Er ist nervös, denn auch eine knappe Woche vor der Filmpremiere fehlt noch ein Tag, an dem die letzten Szenen mit dem digitalen Camcorder gedreht werden müssen. "Es wird knapp, aber wir schaffen das schon. Zur Not müssen wir auch hier wieder improvisieren...".

Zur Geschichte: Die Geschwister Florian (Maximilian Diedershagen) und Lena (Christine Blech) finden ein mystisches Buch und werden plötzlich in die Geschichte hineingezogen, in das fantastische, mittelalterliche Land Mervia, in dem nur Kinder leben und die Herrscher zaubern können.
Plakat 'Die Legende von Mervia'
Die Geschwister machen Bekanntschaft mit Königin Nora (Vanessa Ortmann) und der Waldläuferin Flavia (Janina Barkholdt), die versuchen, Prinz Ian (Dustin Kunst) aus den Fängen der bösen Servania (Elaine Slodowski) zu befreien. Die Geschwister helfen bei der Befreiung, da dies die einzige Möglichkeit ist, wieder in die wirkliche Welt zurückzukehren. Auf ihrem Weg stoßen sie auf Zwerge (Frithjof Barkholdt und Emily Watison), den Waldhüter Dackster (Till Rösnick), einen Räuber (Robin Rautenstrauch) und auf Servanias Leibwache Diego (Kevin Probst), sowie die Gefangene Elena (Barbara Oppermann). Doch plötzlich nimmt der Film eine ungeahnte Wendung...
Ob die Geschwister wieder nach Hause kommen, und welche Rolle der Gastschauspieler Lehrer Jens Münzel einnimmt, wird erst bei der Premiere verraten.

Die Aufführungen sind am 13. und 20. Januar 2008 um jeweils 11 Uhr im Residenzkino Arnsberg. Karten sind im Vorverkauf im Sekretariat des Laurentianums und bei der Premiere im Kino erhältlich (Schüler 2, Erwachsene 4 Euro). Den Trailer zum Film gibt’s im Internet unter http://de.youtube.com , Stichwort: Mervia Trailer.

 

INFOKASTEN:
  • Bei dem reinen Schülerprojekt wurden alle Bereiche durch Jugendliche abgedeckt
  • Ca. 40 Helfer und Statisten unterstützten die AG
  • Der Film besteht aus fast 90 GB Speicher und über 1300 Dateien
  • Fast 70 Stunden wurde am Set gearbeitet, die fünffache Zeit wurde für Animationen, Schnitt, Vor- und Nachbearbeitung aufgewandt
  • Im Vorhinein wurde ein 44 Seiten langes Drehbuch verfasst (s.u.)


Schauspieler und Regisseur am Set Schauspieler und Regisseur am Set

Die Anfänge der Film-AG


Die Film-AG wurde Anfang des Schuljahres 2006/07 von Christian Mono (15) gegründet. Angesprochen wurden Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge, die gerne einmal Teil eines Filmprojekts sein wollten. Dabei sind Bereiche wie Schnitt, Kamera, Ton oder Drehbuchschreiben, aber auch Schauspielen von großer Wichtigkeit. Innerhalb einiger Monate kam dann eine "Filmcrew" von 12 Mann zustande. Interessenten der Jahrgänge 5,7,8 und 9 sind dabei vertreten. Nach einem kleinen "Aufwärmprojekt" in Form eines Kurzfilmes, der alle Beteiligten einen Einblick in das Filmgeschäft gebe sollte, begannen wir mit den Vorbereitungen für einen "richtigen" Spielfilm. Wir erarbeiteten die Story, sodass am 19.11.2006 endlich mit dem Drehbuch angefangen werden konnte. Circa eineinhalb Monate später, am 16.02.2007 war es dann soweit: Das 44 Seiten und 41 Szenen schwere Drehbuch zum Film "Die Legende von Mervia" lag vor uns. Seit dem Tag, nutzen wir nahezu jedes Treffen, um mit den Dreharbeiten weiter zu kommen. Dafür verwenden wir Kostüme des Franz-Stock-Gymnasiums, des Arnsberger Frauenensembles und aus dem Hause Eigenbau. Insgesamt ähnelt die Geschichte des aktuellen Projektes sehr dem Film "Die Unendliche Geschichte": Ein (in unserm Fall zwei) Kind(er) lesen ein Buch und verschwinden in der Geschichte. In dem Buch erleben sie jede Menge Abenteuer in einer phantastischen Welt! Die Film-AG trifft sich immer dienstags und mittwochs in AN 300 von 13-14.30 Uhr (7. und 8. Stunde). Im Moment werden keine neuen AG-Mitglieder benötigt. Nach Vollendung des Mervia-Projektes sind wir allerdings für Neuankömmlinge dankbar!

Christian Mono Mervia-Titelblatt Mervia-Skriptausschnitt

Ausschnitte aus dem Mervia-Skript