Theater AG
Im September 2007 wurde das Stück "Eins auf die Fresse" von Rainer Hachfeld in der Kulturschmiede Arnsberg mit großem Erfolg aufgeführt. Im Folgenden lesen Sie einen Beitrag von Carolina Meinert, der - etwas gekürzt - am 13.9.2007 in der Westfalenpost erschien:
Sie wachten erst auf, als es zu spät war
Das Theaterstück "Eins auf die Fresse" führt Publikum die Schattenseiten der Realität vor Augen
| Arnsberg. (cm) Am vergangenen Dienstag und Mittwoch zeigte die Theater-AG des Gymnasiums Laurentianum in der Kulturschmiede das Stück "Eins auf die Fresse" von Rainer Hachfeld. In dem zeitgenössischen Sozialdrama geht um Mobbing und zerrüttete Familienverhältnisse. "Matze, der Stinker, hat `nen Abgang gemacht". Was Lucky (André Korte) damit sagen will ist, dass sein Mitschüler Matthias Erbach sich das Lebe genommen hat. Erhängt mit einem Strick. Doch wie konnte es dazu kommen? Matzes Mutter (Christina Bräutigam) glaubt, dass ihr Sohn Angst hatte. Vielleicht vor der Schule, vor seinen Lehrern, vor seinen Mitschülern Lucky, Minnie (Anna Müller) und Lana (Anna Kehl). Brecht hat einmal gesagt: "Der reißende Fluss |
wird gewalttätig genannt. Aber das Flussbett, das ihn einengt nennt keiner gewalttätig." Minnie, Lana, Lucky und auch Matze leben in kaputten Familien. Sie sind umgeben von Gewalt, Alkoholismus und Gleichgültigkeit. Zu Hause lebt man ihnen vor, was sie im Zusammenleben mit anderen umsetzten. Als Sven Sommerland (Lukas Stankowski) als "Neuer" in die Klasse kommt, scheint sich Matzes Geschichte zu wiederholen, doch plötzlich kommt es zu einer überraschenden Wende. Souverän zeigten die "Jungschauspieler", dass sie unter der Leitung ihres Regisseurs, Jürgen Britten, so einiges gelernt haben. Besonderes Lisa Glaremin, und André Korte stachen mit ihren Leistungen aus der Gruppe hervor. Lisa schaffte es in der Rolle der |
Lehrerin Frau Ratzenauer gleichermaßen Arroganz, Gleichgültigkeit und Strenge darzustellen. Ihr Schauspielkollege André überzeugte in der Hauptrolle des mobbenden Lucky, dem mit der Zeit von allen Seiten Unverständnis entgegenschlägt. Rapmusik erfüllte immer wieder die Bühne. Die deutschen Texte unterstützten mit ihrer teils vulgären Sprache die Situation zwischen den Charakteren. Am Ende sind sie es alle gewesen. Matzes Familie, seine Mitschüler, seine Lehrer. Sie alle tragen Schuld am Selbstmord des Schülers. Sie haben seine Probleme nicht gesehen und sind erst dann aufgewacht, als es zu spät war. Auf Grund der großen Nachfrage wird es am heutigen Donnerstag um 19:30 Uhr eine weitere Aufführung in der Kulturschmiede geben. |
Bilder des Stücks:
![]() |
![]() |



