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Weinberg-AG ausgezeichnet

Arnsberg/Stuttgart. So geht Schule heute – und das mit ausgezeichnetem Erfolg: Gerhard de Haan, der wissenschaftliche Leiter des Projekts Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), zeichnete persönlich am Mittwoch die Mädels von der Weinberg-AG des Laurentianums in Stuttgart zum UNESCO-Dekadeprojekt für nachhaltige Entwicklung aus.

 

„Das Laurentianum darf nun zu Recht mit Stolz als einziger Ort bislang in Arnsberg die Dekadefahne schwingen!" freut sich Lehrerin Nina Verspohl.

Die Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen: Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

„Die Weinberg AG des Gymnasium Laurentianum zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Bildung aussehen kann. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln", so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in Deutschland bereits über 1.800 Projekte ausgezeichnet: In Schülerfirmen etwa lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll wie umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen richten ihr Konzept an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus, bauen Solaranlagen oder engagieren sich für fairen Handel. Außerschulische Träger organisieren Bildungsangebote rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. Dies sind nur einige von vielen Beispielen.


Schülerinnen am Weinberg?

Weinberg in Arnsberg heißt Natur und Kultur lernen. Hier wird am historischen Weinberg gepflanzt und gepflegt, was die hiesige Flora zu bieten hat. Die Schülerinnen arbeiten jede Woche in ihrer Freizeit unter Leitung von Lehrerin Nina Verspohl auf dem Gelände des historischen Weinberges unterhalb der Schlossruine. Neben der Pflege und natürlich auch Lese der Reben wird auch die große Kräuterspirale bearbeitet, gilt es Wege anzulegen, Schädlinge zu bekämpfen, Bienen zu beherbergen, Gelees herzustellen...


Es gibt immer etwas zu tun!

Die AG verfolgt didaktisch das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). „Allerdings wird hier nicht die Nachhaltigkeit etikettiert, wie man es leider viel zu oft findet, sondern Nachhaltigkeit gelebt!" so Nina Verspohl. Die Handlungs- und Gestaltungskompetenz der Schülerinnen soll grundlegend für Nachhaltigkeitsmuster sensibilisiert werden. Alle am Projekt Beteiligten überdenken ständig ihre Konsummuster mit Hilfe der Nachhaltigkeitsstrategien Suffizienz, Permanenz und Effizienz. Gelernte Handlungsmuster werden umgesetzt und im Arnsberg transparent gemacht. Natur erfährt so wertvolle neue Komponenten: Man darf mit Leidenschaft konsumieren, was eigenständig, lokal und biologisch angebaut und gepflegt wurde.


Neben Wein werden Säfte und Gelees produziert

Handeln nach Prinzipien der Nachhaltigkeit liegt dem AG-Gedanken zu Grunde: Starre Konsummuster werden gezielt überdacht – Schülerinnen und Schüler, aber auch deren Lebensumgebung, werden angehalten, den Wert von Gegenständen schätzen zu lernen. Dafür wird vor allem im Bereich Ernährung und eigener Anbau ein breites Erfahrungsmuster aufgebaut. „Wertvoll behandeln wir weiter unsere Produkte!" so Nina Verspohl. „Säfte, Gelees und auch schlussendlich der Wein, der natürlich nicht von den Schülern konsumiert wird, werden rein biologisch und ohne Zusätze verarbeitet. All dies kann nur funktionieren, wenn wir modern und aktuell arbeiten – uns an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler orientieren."


Kooperation mit dem Altstadtverein

Die AG unterliegt keinem wirtschaftlichem Wachstumsgedanken, sondern strebt einen konzentrierten Erhalt eines finanziell gesicherten Status an. Die Teilnehmer erhalten so eine Idee von subsistentem Handeln. Durch ihre ökologische Ausrichtung ist die AG an sich sozial ausgerichtet. Die Interaktionen von Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen in diesem einen Projekt entspricht dem gemeinsamen Lernen und ist somit im höchsten Maße soziales Lernen. Die Kooperation mit dem Altstadtverein erweitert dieses um den regional verankerten Gedanken.


„Begriff der Nachhaltigkeit wird heute oft missbraucht"

Zum Begriff der Nachhaltigkeit macht Nina Verspohl eine Anmerkung: „Der Begriff ist ebenso verschlissen wie wertvoll. Involviert er so viele, gewichtig zukunftsweisende Komponenten und wird er zunehmend in allen Bereichen unserer Gesellschaft wahrgenommen, so wird er leider auch missbraucht. "Green washing" nennt sich das Phänomen, dass so gut wie jede Instanz heute versucht, Begriffe wie den der Nachhaltigkeit aufzunehmen und so den Eindruck zu erwecken "mit im Boot zu sein". Das Gegenteil ist der Fall: Der Missbrauch des Begriffes führt zu seiner Schwächung und schadet all denen, die ihn ernst nehmen."